Ich stehe vor der Kaffeemaschine. Automatisch passiert jeder Griff.
Die Gedanken sind im Krankenhaus bei meinem Mann und in diesem anderen Krankenhaus, in dem ich vor ziemlich genau drei Monaten täglich am Bett meiner Mutter gesessen habe..........................
Kaffeepulver in den Filter, Wasser in die hintere Öffnung. "Wie es ihm jetzt wohl geht?"
Der Kaffee läuft langsam durch, während ich im Bad bin. " Was er jetzt wohl macht?"
Ich gehe wie im Traum in die Küche und fülle den fertigen Kaffee in die Warmhaltekanne. " Ach Mama, du fehlst mir"
Nun hole ich die Zeitung aus dem Briefkasten und decke anschließend den Tisch für mich. "Ob er wohl auch gerade sein Frühstück bekommt?"
Ich stürze in die Küche, sehe die leere Kaffeemaschine und sage mir, wie müde ich doch sein muss, dass ich vergesse, meinen Kaffee zu kochen. Pulver ist schon im Filter, also noch Wasser einfüllen und dann warten.
Meine Gedanken wandern wieder von Krankenhaus zum Sterbebett........
Der Kaffee ist endlich fertig. Doch wie sieht der denn aus? Scheint eher Tee geworden zu sein. Ich öffne die Warmhaltekanne und natürlich ist dort der fertige Kaffee, den ich vor einer halben Stunde gekocht habe.............................
"Gleich fahre ich ins Krankenhaus und darf dich hoffentlich abholen."
sandhexe - 19. Juni, 21:26
Immer, wenn man denkt es reicht, wird man eines Besseren belehrt.
Mein lieber Mann hat den heutigen Tag wieder einmal mit einer Fahrt ins Krankenhaus begonnen. Dort liegt er nun und wird wohl morgen ohne Befund entlassen.
Sein Herz flimmert in der Kammer, das werde ich auch gleich tun....................
sandhexe - 19. Juni, 00:13