1
Apr
2008

Termine

Mit den Terminen ist das so: man hat einen davon im Kalender stehen, geht zur verabredeten Zeit zum verabredeten Ort und kommt mit zig neuen Terminen zurück. In diesem Fall geht es um die Firmlinge. Da gab es nicht die wunderbare Brot- sondern die wundersame Terminvermehrung.
Gut, ich habe nun viele Daten mit wahnsinnig interessanten Unternehmungen zur Auswahl. Ich würde so gern alles machen - aber was kann ich noch schaffen?
Am besten wird es sein, wenn ich noch eine Nacht darüber schlafe, denn morgen stehen um halb Acht die Handwerker in der Wohnung meiner Mutter und ich sollte dann nicht zu weit davon entfernt sein.....
Wie leben eigentlich Menschen, die keinen Terminkalender haben?
Also, spätestens als ich vorhin bei meiner Schwester angerufen und mich mit ihrem Namen gemeldet habe, dachte ich mir, dass da irgendwas nicht ganz stimme könne. Was mache ich nur falsch?

my home ist my castle - but where is ist?

Hier zu Hause komme ich mir fast schon vor wie ein Gast. Allerdings müssen Gäste nicht den Abwasch machen und die Wäsche waschen. Es kommt aber auch viel zusammen im Moment. Kaum bin ich hier, muss ich auch schon wieder los. Heute geht es mir gut, denn mein nächster Termin ist erst um 19 Uhr! Da bleibt genügend Zeit zum Kochen und Aufräumen.
Meiner Mutter habe ich heute ein paar Stiefmütterchen in den Balkonkasten gepflanzt. Dann habe ich ihr geschildert, wie die Elstern in dem großen Baum vor ihrem Fenster emsig ein Nest bauen. Die Rollos durften dafür heute oben bleiben und die Sonne erwärmte die Stube und die Herzen.
Als ich schon im Weggehen war, sagte meine Mutter, dass sie froh sei, dass ich sie heute nicht einmal in den April geschickt hätte! Ja wie denn auch? Bis sie dort angekommen wäre, hätten wir längst schon wieder Mai.............
So, nun wird es wieder Cappuccinozeit und Franzl kommt auch gleich.

31
Mrz
2008

Das erste Viertel

...des Jahres ist nun schon vorüber. Viel ist passiert in dieser Zeit und ich möchte sie wirklich nicht noch einmal erleben müssen. Gut, da war auch mein wunderschöner Geburtstag und noch ein paar andere Lichtblicke, wenn ich genauer darüber nachdenke.
Doch nun steckt der Frühling in der Natur uns in den Gliedern und ich will nur noch Sonne und Draussenleben.
Bei meiner Mutter soll ich schon früh morgens das Fenster abdunkeln, weil sie es zu hell findet. Das muss ja Depressionen geben, wenn sie nie das volle Tageslicht an sich heranlässt. Auch ich bekomme schlechte Laune, wenn ich von 9 Uhr bis mittags um 14 Uhr in ihrer dunklen Wohnung ohne Tageslicht auskommen muss.
Sie ist inzwischen etwas mobiler geworden und kann schon mit ihrem Rollator durch die Wohnung schleichen. Allerdings begleite ich sie dabei mit dem Wohnungsrollstuhl, falls sie plötzlich umfallen sollte. Diese kleine Prozession machen wir zu jeder Mahlzeit und anschließend auch wieder zurück in ihren bequemen Sessel.

Planlos

Einen Wochenplan wollte ich eben erstellen. Als ich meine täglichen Termine sah, fühlte ich mich irgendwie erschlagen. Vielleicht sollte ich es mit einem Tagesplan nach dem anderen versuchen. Nun werde ich also zunächst mal völlig planlos schlafen gehen und morgen mit alter Frische auf den Weg zu meiner Mutter und anschliessend nahtlos zu den Kommunionkindern.
Dann sehe ich weiter- wenn nur die Sonne blebt, dann geht alles viel leichter.

30
Mrz
2008

Sonn(en)tag

Unsere Tochter sitzt wieder im Zug, der sie ins Schwabenländle bringt. Der Abschied war wie immer nicht einfach. Ich habe mir fest vorgenommen, sie in vier Wochen zu besuchen. Meine Mutter ist dann im Seniorenwohnheim und ich habe Zeit zum Wegfahren. Ganze fünf Tage kann ich dann mit meiner Tochter zusammen verbringen. Nun muss ich mich schnell um eine günstige Fahrkarte kümmern.
Kopie-von-KIF_2992
Unseren ersten Frühlingskaffee haben wir eben draussen getrunken. War das schön! Die Vögel zwitscherten, unser Frosch im Teich quakte und die Sonne verschenkte Glückshormone ohne Ende. So liebe ich das Leben - es kann gern so bleiben.

So

Heute ist Sonntag. Der Samstag endete mit einem Canastaspiel bei dem Franzl mich so richtig besiegte was bisher eher selten vorkam. Ich gönne es ihm aber von ganzem Herzen.
In Kürze wird uns nun eine ganze Stunde genommen, die wir erst im Oktober zurück bekommen werden.
Wie so oft sind wir machtlos und ergeben uns unserem Schicksal.
Wie lange kann ein Mensch sich eigentlich seinem Schicksal ergeben, ehe er sich selbst aufgibt? Diese Frage habe ich mir oft schon gestellt. Ich ergebe mich zunächst mal meinem Schlafbedürfnis und schöpfe dabei neue Kraft.
Die nächste Woche werde ich dann völlig anders organisieren als die vergangene. Ich bin durch die letzten Tage mehr im Traum gewandelt, als dass ich sie real erlebt hätte.
Nun warte ich darauf, dass meine Gedanken mich loslassen, damit ich schlafen kann.
Oder sollte ich meine Gedanken loslassen?
Als ich noch Kind war kam immer jemand, der mir sagte, was ich zu tun oder zu lassen hätte. Damals fand ich das ziemlich ungerecht. Heute aber wünschte ich mir manchmal jemanden, der mir den Weg zeigt, der für mich der richtige ist.

29
Mrz
2008

Wochenende

Der Erste-Hilfe-Kurs ist vorbei. Wir waren so früh fertig, dass ich mit Franzl noch im Eiscafe sitzen und einen großen Baileyscup genießen konnte. Leider waren die Besitzer noch zu ängstlich um die Stühle und Tische draussen aufzustellen - schade.
Dabei fiel mir ein, dass heute Nacht die Uhr um eine Stunde vorgestellt werden muss und ich also ein verkürztes Wochenende haben werde. Davon nutze ich aber jede Sekunde, das habe ich mir fest vorgenommen.
Ob es morgen mit einem Kaffeetisch auf der Terrasse klappt?
Ich bin gespannt.

28
Mrz
2008

Geschafft

Wieder kann ich einen Tag abhaken. Bis eben habe ich Plastikpuppen aufgeblasen, morgen wird der Verband geübt und zu Weihnachten wünsche ich mir einen Defillibrator - aber sonst bin ich gesund.
Oder doch nicht?
Gut, morgen um 9 geht es weiter und wir haben eben beschlossen die Pausen zu verkürzen, damit wir schon früher am Nachmittag fertig sind. Immerhin hat sich das Frühlingswetter angekündigt und ich möchte gern life dabei sein wenn es wärmer wird.

Kurstag

Allen, die sich heute für nichts qualifizieren müssen, wünsche ich einen wunderschönen Freitag - der Name ist für mich heute ein Hohn.
Gleich gehe ich los zum Teil I des Tages, komme gerade rechtzeitig zum Kochen zurück und begebe mich dann nach dem Essen zu Teil II bis gegen 20 Uhr.
Schlafgäste kommen heute auch noch zu unserer Jüngsten. Das Haus lebt und wir hoffentlich alle auch noch lange.
Auf in den Kampf.................
( ich will nicht)

27
Mrz
2008

Kurze Verschnaufpause

Soeben habe ich gegessen, mich kurz auf die erste Firmstunde vorbereitet und setze gleich Wasser auf, damit ich mit Franzl, den ich für eine knappe halbe Stunde sehen werde, einen Kaffee trinken kann.
Dann beginnt der Altenpflegekurs und anschließend hoffe ich auf lauter nette Jugendliche, die ich auf ihrem Weg zur Firmung begleiten werde.
Gerade fiel mein Blick auf den Kalender und dabei stellte ich fest, dass heute der Todestag meines Vaters ist.
Er war damals 58 Jahre alt und meine Mutter ist seit seinem Tod nicht mehr dieselbe. Tag und Nacht hatte sie an seinem Krankenbett gewacht. In der letzten Stunde, die mein Vater auf dieser Erde „erlebt“ hat, waren dann auch wir Geschwister dabei.
Es war ein Tag, den ich wirklich als schwarz in Erinnerung habe.
Alles Schöne war vorbei, nie wieder würde ich lachen können und warum die Sonne noch schien, verstand ich auch nicht.
Nun sitze ich täglich am Bett meiner kranken Mutter. Allerdings gelingt es mir immer schneller sie von ihrer Liegestätte zu locken und sie macht kleine sichtbare FortSchritte.

26
Mrz
2008

Immer weiter....

Heute stand von 9 bis 14 Uhr wieder Krankenpflege auf meinem Programm. Gerade habe ich schnell für morgen das Mittagessen gekocht und schon bin ich auf dem Weg zur Vorbereitung der nahenden Erstkommunion. Morgen ist dann vormittags wieder meine Mutter dran, anschließend ist der erste von zwölf Abenden eines Pflegekurses für Angehörige, an dem ich teilnehme. Danach warten meine Firmlinge schon auf mich. Freitag besuche ich zum letzten Mal meinen überflüssigen Qualifizierungskurs und anschließend mache ich einen Erstelhilfelehrgang, der bis zum Samstag nachmittag geht.
Am Sonntag ist dann nach dem Kirchbesuch und einem guten Mittagessen noch eine schwere Verabschiedung auf dem Bahnhof. Danach lege ich meine Füße hoch und freue mich auf die nächste Woche, die mit der Krankenpflege beginnt. Langeweile kam in meinem Leben bis jetzt eher selten auf......

25
Mrz
2008

Ostern ist vorüber

Wir haben die Feiertage im großen Kreise erlebt. Es war richtig schön endlich das Haus mal wieder voll zu haben. Ich glaube, die meiste Zeit der Ostertage habe ich mit Tischdecken verbracht. Nun leert sich der Kühlschrank langsam wieder. Der Fernseher blieb von Gründonnerstag bis heute komplett aus- nicht einmal der päpstliche Segen konnte uns zum einschalten bewegen. Der Ostersegen unseres Pfarrers wird sicher auch reichen.
Gestern haben wir uns allerdings die DVD mit dem Film "Wie im Himmel" angesehen. Das war eine lohnenswerte Ausnahme.
Jetzt komme ich gerade von meiner Mutter zurück. Sie scheint auf dem Weg der Besserung zu sein. Langsam, ganz langsam kommt die Gesichtsfarbe und der Wille das Bett zu verlassen wieder. Etwas schneller war ihr Befehlston zurück. Sie wird bald wieder ganz "die Alte" sein.
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