Puzzleteile

13
Dez
2005

Ich bin eine Jüdin, aber verrate mich bitte nicht....

Das waren die Worte eines kleinen Mädchens heute im Religionsunterricht! Sie kam am Ende der Stunde zu mir und wollte ganz allein mit mir reden, niemand sonst sollte es wissen. " Weisst du," sagte sie mir " darum bin ich von der anderen Schule hierher gekommen. Dort wurde ich immer geärgert, weil es alle wußten".
Zunächst war ich sprachlos. Es war mir nicht bewußt, dass Kinder heute noch darunter zu leiden haben. Dann erzählte ich ihr, dass die jüdische Religion eine sehr schöne ist. Auch wir Christen haben viel gemeinsam mit dieser Religion, erklärte ich ihr. Maria war Jüdin und Jesus war auch ein Jude. Sie nickte und meinte, dass ihr Papa ihr das auch erzählt hätte.
Nun weiss ich nicht, was das Mädchen im katholischen Religionsunterricht mitbekommen soll. Außer der kleinen Jüdin haben wir noch ein Mädchen, das frei- evangelisch ist in der Religionsklasse. Wir sind also wirklich ökumenisch dort.

12
Dez
2005

Advent - Zeit der Stille?

Drei Kerzen brennen am Adventskranz. Pfeffernüsse stehen auf dem Tisch. Eine Konzert-CD laüft. Franzl und ich haben jeder ein Glas Rotwein vor uns stehen. Wir wollen es uns gemütlich machen nach einem langen Tag.
Irgendwann klingelt das Telefon.
Ich melde mich und der späte Anrufer fragt, ob wir schon in Adventsstimmung wären.
Ich erkläre ihm, dass Franzl und ich gerade mittendrin seien. Daraufhin möchte er Franz mal kurz sprechen.
Es geht, wie kann es anders sein, um ein PC-Problem! Die Maus funktioniert nicht und der Emailaccount auch nicht. Franzl gibt einige Hinweise, ich verstehe nur noch Bahnhof, aber nichts mehr von der schönen Musik.
Ob er nicht mal vorbeikommen könne, wird Franzl gefragt. Doch mein Schatz bleibt hart und vertröstet den Anrufer auf nach Weihnachten.
Bravo! Der letzte Krankenhausaufenthalt scheint doch nicht so ganz umsonst gewesen zu sein.
Franzl legt den Hörer auf , aber die gemütliche Stimmung ist irgendwie unterbrochen worden.
Schade.

Die linken Demonstranten sind die Bösen

..und die rechte Szene gibt es hier bei uns gar nicht. So ist es aus der Zeitung zu lesen. Alles was rechts ist, wird so richtig heruntergespielt und jjeder, der dagegen angeht ist ein Störer!
Sind das nicht falsche Perspektiven?
Der jugendliche Kommentator der Zeitung hier verlangt von den Demoonstrationsteilnehmern nun sogar Beweise für Angriffe von Rechts. Ich fasse es nicht!
So geht Deutschland den Bach runter und die Verantwortlichen sehen weg, oder gar zu?

Ein Anruf am frühen Morgen

kam von Franzl.
Er muss am 1. Januar für eine Woche nach Berlin fahren.Als nächstes hörte ich die Haustür und meine Jüngste kam krank von ihrer Nachtbereitschaft aus der Behindertenwohngruppe, Sie hat die ganze Nacht nicht geschlafen und legt sich jetzt ins Bett.
Ich werde gleich in der Küche die Reste von meiner spätabendlichen Backaktion wegräumen und dann die neue Woche mit frischem Mut starten.
Der Advent geht in den Endspurt und ich gehe langsam hinterher....

11
Dez
2005

Ein grauer Sonntag

Was kann man tun, wenn das Wetter so gar nicht einladend ist?
ich gehe jetzt in meine Küche und backe noch ein paar Vanillekipferl. Die gehören seit Anfang meiner Ehe zu unserem Weihnachtsgebäck.
Früher hat sie noch meine Schwiegermutter gebacken und direkt aus Wien zu uns geschickt.
Inzwischen habe ich das Rezept geerbt und backe sie in Fortsetzung der Tradition selbst.
Irgendwie soll sich ja mein Franzl auch zu Weihnachten an die Feste seiner Kindheit erinnern.
Ausserdem schmecken Vanillekipferl wirklich lecker.

10
Dez
2005

Eine Demo gegen Rechts

fand heute unter dem Motto " Break the silence" bei uns statt. Tapfer sind Franzl und ich mit den zumeist Jugendlichen Demonstranten mitgegangen.
Es lohnt sich nicht, still zu warten, bis wir dann vielleicht auch einmal sagen müssen, das haben wir alles nicht gewusst, was hier im Gange war......
Die Parolen waren zwar oft sehr radikal und die Musik entsprach auch nicht immer meinem Geschmack, aber gegen das Hochkommen der Rechten bin ich auch. Leider haben sich unsere Parteien rausgehalten.
Nur die Linken waren da. Unsere gute katholische Kirche hat leider auch gefehlt, aber dafür waren Franzl, unsere Tochter und ich ja dabei.
Die evangelische Kirche war allerdings offiziell vertreten und hat auch ihre Räume für ein anschließendes Festival gegeben. Dieses ist jetzt noch im Gange, aber das ist wirklich nichts mehr für mich.
Meine Füße erzählen mir gerade ( nach 3 Stunden Demo) wie alt ich bin.....

Guten Morgen

Es ist inzwischen Samstag geworden. Da ich vorhin leicht entschlafen bin, werde ich nun nicht so schnell müde. Wie kam ich auch nur auf die Idee, mich nach 21 Uhr "kurz" in mein Bett zu legen?
Was solls. Ich war so allein und schläfrig. Nun sind alle wieder da und müde, aber ich bin wach und wieder allein.
Wenn dann das Frühstück auf dem Tisch steht, das Kaffeearoma die Stufen zum Schlafzimmer heraufzieht, die frischen Brötchen warten, dann fällt mir hoffentlich das Aufstehen auch nach kurzer Nacht leicht.
Zum Glück habe ich einen Frühaufsteher geheiratet, der das alles vorbereitet.

9
Dez
2005

Nikolaus und Advent

Irgendwann begann meine Laufbahn im Kindergarten. Viel ist mir davon nicht in Erinnerung geblieben. Ich weiss nur noch, dass ich es hasste, zu zweit und mit allen in einer Reihe irgendwohin zu gehen Achja und dann dieser grausame Besuch des hl. Nikolauses im Dezember. Alle Kinder sassen in einem grossen Kreis und am oberen Ende thronte Nikolaus und ganz in Schwarz daneben Knecht Ruprecht. Wir Kinder wurden einzeln aufgerufen und mussten vor die Beiden treten. Ich hatte Glück, dass meine kleine Schwester auch da war, so durften wir zusammen nach vorn gehen. Aus Erzählungen weiss ich, dass ich M. vor mir her schob und ihr sagte, sie müsse keine Angst haben, denn ich würde immer dicht hinter ihr bleiben. Dann standen wir also vor dem Mann, der abwechselnd aus dem goldenen und dem schwarzen Buch vorlas, was wir Gutes getan oder Böses verbrochen hatten. Die Eltern hatten richtig gepetzt. Irgendwann , wir standen inzwischen Hand in Hand und hielten uns gegenseitig fest, bildete sich unter uns beiden je ein kleiner See. Meine Güte, war ich immer froh, wenn dieser schreckliche Tag vorbei war!
Sonst ist mir nicht viel von dieser Zeit in Erinnerung geblieben. Bis auf ein Erlebnis, dass ich aber auch mehr vom Hörensagen kenne, zu dem ich aber dennoch einzelne kleine Bilder im Kopf habe.
Es war Adventszeit. Mein Vater hatte wie jedes Jahr ein Häuschen aus Pappe gebastelt, an dem jeden Tag ein Fenster geöffnet werden durfte. Es erschien immer ein schönes Bild, denn mein Vater konnte gut malen.
Ich hatte damals einen grossen Wunsch an das Christkind. Ich wollte einen Schlitten haben! Jeden Abend betete ich , dass der Wunsch in Erfüllung gehen solle. Meinen Eltern berichtete ich völlig sicher, dass ich zu Weihnachten einen Schlitten bekäme, denn ich hatte ja dafür gebetet. Sie machten sich viele Gedanken, wie sie mir denn am Heiligen Abend erklären würden, warum es nicht geklappt hatte. Ein Schlitten war einfach zu teuer. Es gab damals von Papa selbst angefertigtes Spielzeug, wie zum Beispiel eine wunderschöne Holzwiege für meinen Teddy Wolfgang.
Eines Tages, als unsere Familie im Schneetreiben spazierenging, wurde meine Mutter zu einer Frau an einem geöffneten Fenster gerufen. Leise erzählte sie ihr, dass ihre Kinder jetzt gross seien und sie noch einen Schlitten im Keller habe, den sie uns schenken wolle!
Am 24. Dezember stand also mein Wunschtraum unter dem Weihnachtsbaum und ich habe mich zwar riesig gefreut, aber nicht gewundert, dass es so war. Das "Wunder" hatten meine Eltern erlebt.

Nochmal Nikolaus weils so schön war......

Zurück zu meiner Kindheit
Nachdem wir in eine andere Wohnung gezogen waren, besuchte ich auch einen anderen Kindergarten. Dieser wurde von Nonnen geleitet. Sie konnten sicher manches, aber von Pödagogik hatten sie nicht sehr viel Ahnung.
Auch hier wurden St. Nikolaus und das Christkind wieder als Miterzieher missbraucht. Vor dem sechsten Dezember hiess es ""Vorsicht, der Nikolaus sieht alles, also seid brav..."" Anschliessend wurde dann das Christkind auf seinen Wachposten gestellt. Auch verschwanden in dieser Zeit Unmengen von Spielsachen, weil die beiden angeblich auch nichts besseres zu tun hatten, als das herumliegende Zeug mitzunehmen. Das reduzierte die Auswahl für uns beträchtlich.
Wenn dann am Nikolaustag der heilige Mann mit seinem Knecht Rupprecht kam, zitterten wir wieder alle. Besonders der schwarze Knecht, der Kettenrasselnd um das Haus und anschliessend durch das Zimmer lief, brachte auch den letzten Frechdachs zum Schaudern, Ein Junge landete sogar kurzfristig mal in dem grossen Sack.
Das war schon alles etwas merkwürdig.
Zuhause ging es feierlicher zu. Am Vorabend des Nikolaustages putzten wir unsere Schuhe und stellten sie anschliessend vor die Wohnungstür. Dann sangen wir vor dem Fenster Weihnachts- und Winterlieder, bis wir nicht mehr konnten. Manchmal wurden wir davon unterbrochen, dass die Tür einen Spalt breit aufging und eine Hand, die wir an dem Eheringes unseres Vaters erkannten, Nüsse oder Schokolade hereinwarf.
Am nächsten Morgen fanden wir unsere Schuhe gefüllt mit Nüssen, Marzipankartoffeln, Keksen und Schokolade vor. Geschenke gab es bei uns erst am Heiligen Abend.
So haben mein Mann und ich es auch für unsere Kinder übernommen.
Hier habe ich ein Gedicht angefügt, das ich einmal für eine Nikolausfeier schreiben sollte:
Wenn heut am Anfang des Advent
Bereits die zweite Kerze brennt
War in der Nacht wie jedes Jahr
Der Heilge Niklaus wieder da.
Vor einer sehr sehr langen Zeit
Lebte er fromm und hilfsbereit.
Nun ist es Brauch ihm zu Gedenken
Den Lieben einiges zu schenken.
Doch ob der gute heilge Mann
Das alles noch verstehen kann?
Was sich in manchem Stiefel findt
Das schadet mehr dem braven Kind.
Die Schuhe sind meist viel zu klein
Da passt die Masse nicht hinein:
Viel Kriegsgerät und Armbanduhren
Auch grauenvolle Spielfiguren
Sollen die Kinder dann erfreun.
Man wird das später mal bereun.
Kommt, lasst uns den Anfang machen!
Es gibt sie noch, die guten Sachen.
Apfel, Nuss und Mandelkern
Essen auch unsere Kinder gern!
Dazu vielleicht ein Engelshaar,
dann war Sankt Niklaus wieder da!

Adventskalender

Früher, als alle meine vier Töchter noch hier im Hause lebten, hatten wir jedes Jahr einen wunderschönen Adventskalender.
Es gab ein Thema wie zum Beispiel Weihnachtsmarkt, Märchenwald oder Stadt. Dazu musste jeder von uns vier Häuser, Bäume, Marktstände oder was auch immer jedem so einfiel basteln. Die fertigen Kunstwerke wurden natürlich auch mit kleinen "Geschenken" gefüllt. Wir hatten uns auf einen niedrigen Preis geeinigt und die jüngeren Kinder wurdcn bezuschusst.
Vor dem Basteln zogen wir Nummern einmal die, die auf die Gegenstände kamen und einmal die Reihenfolge, in der man anschliessend leeren durfte, damit niemand seine eigene Überraschung bekam. Es war ein gut druchtdachtes System, erarbeitet von unserer jetzigen Mathematiklehrerin.
Dann verzog jeder sich in sein Zimmer oder in eine gut abgeschirmte Ecke des Hauses und es wurde in jeder fredien Minute gebastelt.Das zog sich über einige Wochen hin. Material hatte ich immer vorher schon gesammelt und für alle zur Verfügung gestellt. Niemand sollte wissen, wer was gebastelt hatte.
Am Ende gab es dann noch eine Ziehung. Es wurde die Reihenfolge ausgelost, in der aufgebaut wurde. Das hört sich jetzt alles ziemlich kompliziert an, war es aber nicht.
Es war so spannend, fast schon wie das Warten aufs Christkind!
Der Aufbau fand dann ungefähr so statt:
In jedem Raum unseres Hauses sass jemand und wartete. Derjenige, der die Nummer eins gezogen hatte ging ins Wohnzimmer, wo wir das Sideboard abgeräumt hatten, und stellte seine vier Produkte auf. Dann schlich er wieder zurück und klingelte auf dem Flur mit einer bereitgelegten Glocke. Der Nächste musste noch einige Minuten warten, dann ging es weiter.
Es war wirklich immer ein spannender Nachmittag, am Samstag vor dem ersten Dezember!
Zum Schluss kamen wir alle vor unserem Kunstwerk zusammen und staunten über die vielen Ideen!
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