25
Apr
2008

Mein Wochenende

Heute haben wir meine Mutter zur Kurzzeitpflege in das Seniorenheim gebracht. Begeistert ist sie nicht davon, aber es ist die einzige und bestmögliche Lösung im Moment.
Drei Wochen wird sie nun dort versorgt.
Der Pflegekurs geht währenddessen weiter. Heute begann ein Wochenendkurs zum Thema Demenz. Morgen ab 10 Uhr bin ich wieder dort, in dem Heim, in dem auch meine Mutter jetzt gerade ist. Einen Kurzbesuch werde ich hinterher bei ihr machen. Dann ruft die Konfirmationsfeier meiner Nichte.
Am Sonntag bin ich zu zwei Geburtstagen eingeladen. Den 80. lasse ich aus und feiere den 50. mit.
Nachmittags ist noch eine Veranstaltung mit den Firmlingen. Auch dort habe ich abgesagt, sie werden den Film auch ohne mich sehen.
Ich lerne dazu.
Meine Nerven liegen gerade an den Wochenenden fast blank und ich muss sehen, was ich lassen kann.
Am Dienstag fahre ich zu meiner Tochter, darauf freue ich mich schon riesig. Bis zum kommenden Montag bin ich dann unterwegs - Ach, das wird ein richtiger Kurzurlaub.

Der Alltag

Jede Ehe lebt vom Alltag. Am Anfang mag es der siebte Himmel sein, der lockt und alles rosarot erstrahlen lässt, aber die Realität scheint dann in anderen Farben durch. Wer könnte auch ein Leben in ständigem rosarot ertragen?
Ich hatte heute auch mehrere Ebenen des Lebens vor mir. Da war meine Mutter, die morgen für drei Wochen zur Kurzzeitpflege ins Seniorenheim geht. Dann waren da die Firmlinge, die sich der Kirche angehörig fühlen, aber zu Jesus keine Beziehung haben, wie sie mir erzählten.
Komisch, heute konnte mich nichts erschüttern, was mich erschrecken ließ.
Abends dann stand das Essen beim Griechen an. Zu dritt waren wir - unsere Familie ist zur Kleinfamilie geschrumpft. Wir haben es genossen und nun bin ich erschöpft.
Morgen steht ein Demenzkurs im Seniorenheim an. Vorher aber bringen wir (meine Schwester und ich) unsere Mutter dort unter.
Ach, das Leben war mal viel leichter........

24
Apr
2008

JA

Ja! Ja! Ja!
Immer wieder würde ich dieses "Ja" aussprechen. Heute vor genau 35 Jahren wurden mein Franzl und ich im Wiener Standesamt im Bezirk Brigittenau getraut. Er hätte gern ein Lied von den Rolling Stones gehört, aber ich gewann mit dem Wunsch des Hochzeitmarsches.
So wie einst das andere, berühmtere Paar aus Wien gleichen Namens. Der Franz aus Wien und die Elisabeth aus Deutschland- haben wir am 24.4. geheiratet.
Mein Franz ist zwar kein Kaiser, dafür ist er mein Traumprinz.
Meine Güte, das alles ist nun schon 35 Jahre her. Das haben wir eben mit einer Flasche Sekt langsam in uns hinuntergleiten lassen.
Am Abend, wenn ich vom Mutterpflegen, Pflegekurs und Firmunterricht zurück bin, gehen wir mit unserer Jüngsten beim Griechen zum Essen.
Ansonsten sind meine Tage gefüllt mit Pflegen, Gedanken über meine Mutter, über das Älterwerden und leicht ist diese Zeit nicht für mich.
In der nächsten Woche fahre ich für einige Tage zu meiner Tochter - darauf freuen wir uns beide sehr.

22
Apr
2008

An manchen Tagen

fühle ich mich wie Brennstoff.
Er wird verheizt, gibt für kurze Zeit Wärme ab und wird dann ersetzt durch den nächsten.
Zurück bleibt ein kleines unscheinbares Häufchen, das dann der nächste Windhauch mitnimmt und irgendwohin verstreut.

20
Apr
2008

Ja, das ist mein Wetter

Diesen Nachmittag habe ich genossen. Mit einem neuen Buch auf dem Schoß ließ ich mich von der Sonne wärmen, dazu gab es einen guten Kaffee – so liebe ich das.
Nach Beendigung unseres Projektes hatte ich das auch nötig. Bei aller Freude war es doch auch anstrengend.
Alle Beteiligten waren begeistert und im Seniorenheim hat man sich vorgenommen, nicht mehr voreilig schlecht über die heutige Jugend zu reden.
In der Schule, in der eine andere Firmgruppe gearbeitet hat, sagte der Hausmeister, wenn er mal Kinder bekäme, müssen diese katholisch sein. Überhaupt sprachen sich auch alle dort nur lobend über die Jungen und Mädchen aus. Selten würde man heute erleben, dass sie sich gegenseitig loben oder Mut machen würden. Diese Gruppe wäre eine gute Werbung für die katholische Kirche gewesen, hörte ich heute.
Wir sind zufrieden, die Jugendlichen auch und die Bewohner des Seniorenheims ebenfalls. Was wollen wir mehr?

19
Apr
2008

Ich bin erledigt

Von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends war ich heute mit den Jugendlichen und ihrer Aktion unterwegs. Es war ein voller Erfolg. Die Senioren hatten viel Freude und die Jungen und Mädchen auch. Schade, dass ich hier keine Fotos von anderen personen veröffentlichen kann. Aber die Cocktails darf ich zeigen.


Nun brauche ich nur noch mein Bett und viel Zeit zum Schlafen. Morgen geht es ganz früh wieder Richtung Gemeinde. Dort wird im Gottesdienst das Projekt vorgestellt und natürlich vom einschlagenden Erfolg berichtet. Danach schauen wir uns noch die vielen Fotos an und dann ist für kurze Zeit wirklich Wochenende.

18
Apr
2008

Ende

Für heute ist Schluss. Bis eben war ich mit den Jugendlichen zusammen. Wir haben geplant, gelacht, gesungen, gegessen und getrunken. Sogar zum Kochen habe ich die Truppe motiviert. Nachdem ich für alle in der Küche anfallenden Arbeiten jemanden gefunden hatte, freuten sich zwei Mädels, die als letzte noch ohne Aufgabe waren und sagten "Glück gehabt". "Ja," rief ich ihnen zu, "ihr habt wirklich Glück gehabt, ihr dürft nun für alle den Tisch decken". So waren alle beschäftigt und alle hatten Freude dabei.
Ein Mädel fragte beim Essen ( es gab Spagetti mit Tomatensoße) warum wir diese Aktion nicht eine ganze Woche lang machen würden.
Mir hat es bis jetzt eigentlich gereicht.
Morgen stehe ich um 8 Uhr mit Brötchen im Pfarrheim, dann wird gefrühstückt und danach gleich weiter an der Feier für die Senioren gebastelt. Die erste alte Dame saß schon heute wartend vor der Saaltür.
Die alten Leute freuen sich auf die Jugendlichen, die selbst auch schon aufgeregt und gespannt sind.
Sie erleben in diesen Tagen, wie Kirche gelebt wird und dass der Glaube so einen Sinn hat. Hoffentlich bleibt etwas hängen.....

Zweiter Aktionstag

Heute geht es in die große Planung. Sicher wird es wieder spannend zu sehen, was für Ideen die jungen Leute mitbringen.
Für mich steht zunächst der Einkauf für das morgige Frühstück auf dem Programm. Alle übernachten heute im Pfarrheim und wünschen sich an erster Stelle gaaaanz viel Nutella für das gemeinsame Essen am Morgen. Das sollen sie haben.
Da ich nicht weit vom Heim entfernt wohne und das Schlafen auf Luftmatratzen nicht zu meinen Hobbies zähle, übernachte ich bei meinem Schatz.
Pünktlich zum Tischdecken um spätestens 8 Uhr bin ich wieder zurück, denn morgen ist ja der Tag der Party. Ich bin schon sehr gespannt.
Heute zieren wir schon das Titelblatt der Beilage in der Tageszeitung.

17
Apr
2008

Ein guter Start

Meine Gruppe Jugendlicher ist motiviert und das Projekt, das wir gezogen haben ist wirklich reizvoll.
Eine Party im Seniorenheim sollen sie ausrichten. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Ideen hatten die Jungen und Mädchen schon viele heute. Die Jungen überlegen sich, ältere Damen zum Walzertanzen auf zu fordern und die Mädels würden gern Singstar für Senioren anbieten. Partyspiele wollen sie heute aus dem Internet suchen und Dekorationsvorschläge auch. Ich erinnerte die Schar nicht zu bremsender Jugendliche daran, dass die alten Herrschaften die 80 alle überschritten haben. Nun schlafen wir eine Nacht über unsere Ideen und treffen uns morgen alle zum Kaffeetrinken im Seniorenheim. Dort werden dann Nägel mit Köpfen gemacht. Samstag steigt die Fete und Jung und Alt wird hoffentlich voneinander begeistert sein.

Streik und gute Taten

Der hiesige Regionalbusverkehr streikt heute wieder und ich streike mit.
Meine Mutter ist trotzdem gut versorgt und es wird schon alles klappen.
Die so gewonnene Zeit verbringe ich unter anderem mit dem Lesen der Reklame, die den Briefkasten manchmal fast zum Platzen bringt.
In der Werbung eines Lebensmittelgeschäftes heißt es: Dienstag laufend frisches Mett!
Das veranlasst mich zum Grübeln. Muss ich denn dann selbst schlachten?
Eben habe ich kurz mit Franzl telefoniert, wir werden uns heute wohl nicht vor 22.30 sehen. Wenn er kommt, bin ich schon am Gehen und wenn ich zurück bin, ist er wieder unterwegs.
So kann natürlich jede Ehe 35 Jahre überleben - aber es war ja nicht immer so.

Am Abend beginnt hier die sogenannte 72-Stunden-Aktion.
Dabei arbeiten Jugendliche 72 Stunden an sozialen Projekten. Es soll sie untereinander verbinden und dabei anderen Gutes bringen.
Gleichzeitig erfahren die Jungen und Mädchen, dass der Glaube eine gemeinsame Sache ist und in Gemeinschaft etwas "bewegen" kann.
Um welche Projekte es im Einzelnen geht, das erfahren die Jugendlichen exakt um 17.04 während des offiziellen Beginns der Aktion, an der das gesamte Bistum Hildesheim teilnimmt.
Ich bin gespannt und werde weiter berichten.
Allerdings verbringe ich während dieser Aktion mehrere Stunden auch innerhalb einer Gruppe und spende somit mein Wochenende dem guten Zweck.

16
Apr
2008

Geburtstag

Auch wenn die Kleine sich mit 22 Jahren soo alt fühlt, gibt es heute Pizza und Rotwein und eine Minifeier.
Wenn ich an den 16. April 1986 zurückdenke, kann ich nur dankbar sein, dass alles so gut ausgegangen ist.
Das gesamte Ärzteteam war während der Geburt anwesend oder wenigstens in Bereitschaft. Meine kleine Wilde hatte sich beim pränatalen Turnen in die Nabelschnur eingewickelt. Zu ihrem Glück lag allerdings ein Ärmchen zwischen Hals und Schnur. Bei der Geburt war das allerdings hinderlich und alles wurde so kompliziert, dass ich bei meiner vierten Geburt die Welt nicht mehr verstand.
Gleich nachdem unsere Jüngste das Neonlicht des OP-Saales erblickt hatte, machte sie ihre erste Autofahrt mit Martinshorn ins Kinderkrankenhaus.
Von da an durfte der stolze Vater dann die Mutter in dem einen und die Tochter in dem anderen Krankenhaus täglich besuchen.
Das alles liegt nun schon lange zurück und wir können heute feiern.
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