4
Jul
2009

Juliwetter

Das Gewitter zog gestern an uns vorbei. Schade, es hätte ruhig mehr Regen fallen dürfen. Nun haben wir Wochenende, aber dieses Wort hat inzwischen an Bedeutung verloren, denn es ändert sich an diesen Tagen nicht viel im Vergleich zur Woche.
Den vierten Monat ist mein Mann nun nicht im Büro und wer weiß, wohin das Ganze uns noch führt?
Mein Minijob beginnt im August. Bis dahin habe ich noch Behördenbeschäftigungstherapien zu erledigen. Ich werde von Stadt A nach Stadt B geschickt, weil man sich über Zuständigkeiten im Unklaren ist. Das Leben wäre sonst auch zu langweilig.
Trotz allem genieße ich den Sommer.

1
Jul
2009

Geburtstag

Heute in einer Woche ist der erste Geburtstag nach dem Tod meiner Mutter.
Es wird kein leichter Tag werden, das fühle ich heute schon. Wir werden uns treffen, ihren Lieblingskuchen essen und ihr Grab besuchen gehen.
Ach Mutti,dein Abschied tut noch immer so weh.........................................

26
Jun
2009

Das Sterben

Während die Welt um Michael Jackson trauert und ihn schon auf das Podest eines Heiligen stellt, sterben die Normalsterblichen still in ihrem Kämmerlein.
So war es auch gestern. Mein Franzl machte einen Besuch im Seniorenheim bei der kranken Mutter einer Bekannten. Sie atmete schwerer und unregelmäßiger als sonst und er holte die Tochter dazu.
Beide waren kaum angekommen, als die alte Dame starb............
Es ist die vierte Mutter im Bekanntenkreis, die in diesem Jahr von uns gegangen ist.
Mütter haben Denkmäler verdient, aber die Welt ist fassungslos, weil ein Superstar nach ausschweifendem Leben, wahrscheinlich durch zu hohen Medikamentenkonsum, gegangen ist.
Ich werde diese Welt nie verstehen........

23
Jun
2009

Loslassen

Heute war es wieder einmal so weit. Unsere Jüngste hat ihr Berufsziel erreicht. Wieder hat es eine unserer Töchter geschafft. Sie ist nun Heilerziehungspflegerin und das haben wir mit einer feierlichen Entlassungsstunde und einem Glas Sekt gewürdigt. So ganz nebenbei wurden zwei ihrer Freundinnen als meine Töchter angesehen. Ich fand das nicht weiter tragisch, denn irgendwie habe ich schon viele ihrer Freundinnen so gut wie adoptiert, dass es mir auf die beiden auch nicht mehr ankam. Mein Mann allerdings fragte, ob es nicht dabei wenigstens mal ein Junge sein könne.......
So spaßig war mir dann nicht den ganzen Nachmittag zu Mute. Viele Gedanken gehen bei solchen Anlässen durch den Kopf einer Mutter und immer bringen sie dabei die Ströme zum Fließen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und lasse es fließen.
Meine Kleine so ganz groß - das ist doch unfassbar.
Sie geht ihren Weg. Es ist nicht irgendein Weg, sondern ihr ganz persönlicher. Und ich bin stolz auf sie. Sie hat einen guten Weg gewählt. Sie wird vielen Menschen helfen, ihren Weg zu gehen und dabei eine Stütze sein. Viel Geld wird sie dabei nicht gewinnen, aber viele Herzen werden ihr zufliegen. Was wiegt da wohl mehr?
Ich bin stolz auf sie, so wie ich auf jede meiner Töchter voller Stolz blicke. Alle haben ihr Leben im Griff und werden es bewältigen.
Nun geht auch die Kleine bald aus dem Haus.
Leerer wird es hier werden und stiller.
Das wird weh tun.
Aber das ist das Leben.
Kinder sind nicht unser Eigentum, wir haben sie nur für eine Weile geborgt.
Wir Eltern stehen dann wieder da, wo wir am Anfang gestanden haben - zu zweit allein. Doch haben wir inzwischen viel erlebt und zusammen gemeistert.
Unsere Töchter kamen und gingen und wir ließen sie kommen und gehen.
Im nächsten Monat sind wir 35 Jahre verheiratet.
Irgendwie wird dann ein neues Zeitalter für uns beginnen.

19
Jun
2009

Gedankenverloren

Ich stehe vor der Kaffeemaschine. Automatisch passiert jeder Griff.
Die Gedanken sind im Krankenhaus bei meinem Mann und in diesem anderen Krankenhaus, in dem ich vor ziemlich genau drei Monaten täglich am Bett meiner Mutter gesessen habe..........................
Kaffeepulver in den Filter, Wasser in die hintere Öffnung. "Wie es ihm jetzt wohl geht?"
Der Kaffee läuft langsam durch, während ich im Bad bin. " Was er jetzt wohl macht?"
Ich gehe wie im Traum in die Küche und fülle den fertigen Kaffee in die Warmhaltekanne. " Ach Mama, du fehlst mir"
Nun hole ich die Zeitung aus dem Briefkasten und decke anschließend den Tisch für mich. "Ob er wohl auch gerade sein Frühstück bekommt?"
Ich stürze in die Küche, sehe die leere Kaffeemaschine und sage mir, wie müde ich doch sein muss, dass ich vergesse, meinen Kaffee zu kochen. Pulver ist schon im Filter, also noch Wasser einfüllen und dann warten.
Meine Gedanken wandern wieder von Krankenhaus zum Sterbebett........
Der Kaffee ist endlich fertig. Doch wie sieht der denn aus? Scheint eher Tee geworden zu sein. Ich öffne die Warmhaltekanne und natürlich ist dort der fertige Kaffee, den ich vor einer halben Stunde gekocht habe.............................
"Gleich fahre ich ins Krankenhaus und darf dich hoffentlich abholen."

- - -

Immer, wenn man denkt es reicht, wird man eines Besseren belehrt.
Mein lieber Mann hat den heutigen Tag wieder einmal mit einer Fahrt ins Krankenhaus begonnen. Dort liegt er nun und wird wohl morgen ohne Befund entlassen.
Sein Herz flimmert in der Kammer, das werde ich auch gleich tun....................

16
Jun
2009

Zeiten des Wartens

Ein ganz ruhiger Geburtstag wurde gestern hier begangen. Im Moment steht auch niemandem von uns der Sinn nach großen Feiern.
Heute hatte ich einen neuen Termin für meinen kleinen Job, der wohl mehr kosten wird, als dass er Gewinn bringt.
Morgen hat unsere Jüngste ihr erstes Vorstellungsgespräch und Mama ist so aufgeregt.
Eine gute Freundin wurde heute operiert.
Die Kurzarbeit0 dauert an und der Betrieb steht still.
Das Portemonnaie wird leichter und die Sorgen schwerer.
Aber das Leben geht weiter.......

1
Jun
2009

Noch immer keine Quelle in Sicht

Mein Leben verliert sich im Sand. Kurzarbeit 0 - das bedeutet, dass der Betrieb steht - geht nun in die dritte Runde.
Dieser Zustand verlangt, dass man alle Nerven im Zaum halten muss, die "gewonnene" Zeit richtig einsetzt und dem verlorenen Geld nicht nachtrauert.
Trauern hat für mich persönlich andere Bedeutungen. Auch Pfingsten fehlt mir meine Mutter wieder, was sich manchmal an Kleinigkeiten mitten am Tag zeigt.
Heute an ihrem Grab,das inzwischen fast so aussieht, als gäbe es sie schon lange nicht mehr, wurde mir ihr Fehlen wieder ganz deutlich.
Was sind das nur für schreckliche Zeiten im Moment?

24
Mai
2009

Wüstenzeit

Zur Zeit ist das Leben wie eine Wüste und ich bin auf der Suche nach der nächsten Oase. Das ist nicht weiter spannend für Außenstehende, darum erspare ich mir auch Berichte darüber.
Sollte ich an einer lebenspendenden Quelle angekommen sein, melde ich mich sicher wieder.
Ich habe mein Hobby, das Fotografieren, das bringt mich bei meiner Suche auf andere Gedanken.
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