20
Mai
2008

Manchmal schmeckt Kirche auch

Gleich gehe ich lecker griechisch Essen und treffe mich mit den netten Leuten, mit denen ich gemeinsam die Kinder auf ihrem Weg zur Erstkommunion begleitet habe.
Das wird sicher ein schöner Abend!

19
Mai
2008

Abenteuer Kirche

Angefangen hat unsere Kindergruppenstunde eigentlich wie immer. Ein Begrüßungslied, ein Spiel, die Jesuskerze dann in der Mitte und das Begrüßungsgebet für Jesus.
Dann gingen wir langsam zum Thema über und fragten noch einmal nach den kirchlichen Festen der letzten Wochen. "War eigentlich schon Ostern?" wollte ein Junge wissen. Alle lachten und er sagte erschrocken " Oh, dann habe ich ganz vergessen die Ostereier im Garten zu suchen..." als wieder alle lachten überlegte er noch einmal und fragte sich „... oder habe ich doch gesucht?"
Wir kamen dann auf Pfingsten zu sprechen und wollten wissen, wer denn an diesem Feiertag Geburtstag hat. " Die Kirsche" erklärte ein Junge, der leicht nuschelt. Überrascht fragte ein Mädchen " echt, die Kirsche hat Geburtstag?". Ich erklärte ihr schnell, dass nicht die Frucht Kirsche sondern die Kirche gemeint ist.
Zum Schluss bastelten wir noch alle Fähnchen. Damit gehen wir dann zur Fronleichnamsprozession als Jesusfans auf die Straße. Ich erklärte den Kindern, dass es so ähnlich ist, als wenn wir alle für ein großes Land bei der Fußball EM schwärmen würden. Damit hatte ich etwas ausgelöst. Fast niemand war nur für Deutschland, der eine nahm noch Frankreich dazu, denn von da stammt seine Mutter, die meisten anderen halten auch Polen die Daumen, weil ihre Wurzeln da liegen und ich outete mich dann auch als kleiner Österreichfan, weil ein Teil meiner Familie von dort ist. Nachdem wir nun also die Nationalitätenfragen geklärt hatten, wurden die Fahnen fertig gestellt.
Anschließend zogen die Kinder probeweise damit schon mal in die Kirche ein und stellten sich um den Altar.
Plötzlich gab es ein endlos schrilles Geräusch und mir wurde klar, dass ich vergessen hatte, die Alarmanlage auszuschalten! Die Kinder fanden es cool und waren enttäuscht, dass die Polizei nicht kam.
Wir sangen noch das Lied vom kleinen Jonathan in der Wüste, dann gab ich den Kindern den Segen und schickte sie zu ihren Eltern. Wir hatten die Kirche ausnahmsweise durch die Sakristei betreten und ich ging auch auf diesem Wege zurück. Die Kinder schickte ich mit meiner Kollegin durch die Kirchentür ins Freie.
Nachdem ich abgeschlossen hatte und mich auf den Heimweg machen wollte, kam aufgeregt der Junge, der meinte Ostern verpasst zu haben, auf mich zu. "Wir haben Elisabeth in der Kirche eingeschlossen " rief er. Ich lachte und glaubte an einen Spaß. Seinem Gesichtsausdruck sah ich an, dass es ihm ernst war und er einfach die Namen seiner Betreuerinnen verwechselt hatte. Ich holte den Kirchenschlüssel zurück und erlöste Monika und drei Kinder aus dem dunklen Kirchenraum.
Das reicht für heute................
( Ich muss wohl nicht hinzufügen, dass der Morgen bei meiner Mutter ziemlich anstrengend und nervenaufreibend war und ich zwischen Mutter- und Kinderbetreuung nicht zum Mittagessen gekommen war)

18
Mai
2008

Eilmeldung

Es ist soweit!
Der Glühwein, den ich mir Anfang des letzten Winters gekauft hatte, für "wenn es mal kalt wird", wurde soeben geöffnet.
Nachdem Franzl und ich den Abend über beim Tatort gefroren hatten, wurde der Glühwein nun erhitzt und die Winterzeit bei uns ( hoffentlich nur für ganz kurz) eröffnet.

Meine Mama.....

Gut getan hat ihr der Kurzaufenthalt im Seniorenheim. Sie war unter Leuten in ihrem Alter und hat viel gesehen und neues gehört.
Nun ist sie zurück in ihren vier Wänden. Den Schwestern vom Pflegedienst sagte sie, das Heim könne sie jedem empfehlen, es sei sehr gut dort. Auf die Frage, ob sie denn schon daran gedacht hätte, dort für immer zu bleiben, wenn es doch so nett wäre, antwortete sie entsetzt " Ich??????? Nein - erst wenn ich mal alt bin"
Sie wird am 7. Juli ja erst 86 Jahre alt.........

17
Mai
2008

Livereportagen und Menschenwürde

Warum muss die ganze Welt live dabei sein, wenn die Not anderer Menschen entsteht? Da wundert sich eine Livereporterin, dass auch sie um ihr Leben laufen musste, als in China ein Damm zu brechen drohte. Sie wollte die Überlebenden des Erdbebens dort filmen. Ich kann auf solche Reportagen gern verzichten. Warum müssen weinende Mütter, Väter und Kinder gefilmt werden? Damit wir im Puschenkino, wo wir über das schreckliche Regenwetter, das uns ins Haus verbannt, schimpfen, uns gemütlich unter die Decke gekuschelt, Chips in den Mund werfend, sagen können „ Ach die armen Menschen“, ehe wir weiterzappen, um uns von dem Elend nicht den Abend verderben zu lassen?
Natürlich sollen diese Folgen der Naturkatastrophen ihren Platz in den Nachrichtensendungen haben, aber bitte menschenwürdig.

16
Mai
2008

Heute vor 57 Jahren

Am 16. Mai 1951 gaben meine Eltern sich in Hannover das Jawort. Es waren schwierige Zeiten damals. Meine Mutter, die mit ihrer Mutter, Tante und kleinem Bruder aus Schlesien geflüchtet war stand hier vor dem Nichts.
Mein Vater, dessen Eltern beide früh gestorben waren, wuchs allein mit seinen vier Geschwistern auf. Die beiden älteren Schwestern hatten die Elternrolle übernommen. Sie nahmen sich selbst zurück und sahen voller Stolz auf ihre Brüder, aus denen "etwas geworden ist", wie sie immer betonten.
Mein Vater, der in Hannover geboren und aufgewachsen ist, lernte zunächst bei einem jüdischen Rechtsanwalt. In der Nazizeit verlor er diese Stelle und wurde später als Soldat nach Russland geschickt. Die Zeit als Soldat fiel ihm besonders schwer und oft erzählte er mir, wie sehr er sich immer bemüht hätte, wenn es einmal wirklich zum Schiessen gekommen sei, daneben zu zielen.
Erhalten geblieben sind einige Briefe, die er an seine Geschwister in der Heimalt geschickt hat. Aus ihnen spricht sehr viel Gottvertrauen und Liebe zu den Schwestern und Brüdern in Hannover.
Meine Eltern lernten sich kennen und lieben. Es gab eine Verlobungsfeier vorweg, denn Feiern wurde in der Familie meines Vaters groß geschrieben. Und wie sie alle feiern konnten! Da wurde musiziert, gesungen und gelacht. Main Vater hatte sich das Spielen auf einigen Musikinstrumenten selbst beigebracht. Das waren Geige, Klavier, Orgel und verschiedene Flöten.
Bei dieser fröhlichen Gesellschaft machte es auch nichts, dass kaum Geld da war. Jeder Gast brachte etwas zu Essen mit und dann wurde nur noch gefeiert. Nach dem Krieg wurden viele Lehrer gesucht und mein Vater begann ein Schnellstudium. Er ging dann an eine Volksschule und wurde später unter anderem auch mein Religionslehrer in meinen ersten vier Schuljahren.
Ja, das ist nun alles schon eine halbe Ewigkeit her und meine Mutter sitzt an ihren Hochzeitstagen seit 35 Jahren schon allein mit ihren Erinnerungen.
Heute habe ich ihr Fisch gebraten, Salat dazu gemacht und zum Kaffee gab es Erdbeerkuchen. Ihre Lieblingsblumen bekommt sie zum Geburtstag. Sie mag Gladiolen so gern und die kann man erst im Jul kaufeni. Mein Vater hatte ihr jedes Jahr einen Strauss davon geschenkt. Seit er gestorben ist, habe ich das übernommen.

Nichtssagend

war der gestrige Tag, darum habe ich auch nichts dazu gesagt.
Heute nach dem Aufstehen mache ich mich wieder auf den Weg zu meiner Mutter und zu ihren Launen.
Das Leben hat Höhen und Tiefen. Die Kunst besteht darin, täglich herauszufinden, was besser ist.

14
Mai
2008

Kurzurlaub nähert sich dem Ende

Freitag geht meine Mutter in ihre Wohnung zurück. Damit bin ich auch täglich wieder dort.
Der Aufenthalt im Seniorenheim hat ihr gut getan. Auch wenn sie eine Angestellte ständig "Frau Kohl" ruft und diese nicht reagiert, weil sie schließlich "Strauss" heißt, kommt sie dort gut zurecht. Nun wird morgen gepackt und ich bin gespannt, was dann auf uns alle zukommt.
Sie erlebt mehr im Heim, aber das gibt sie nicht zu. Zu Hause lässt sie sich in ihren Sessel fallen und steht nur zum Essen und zu den Toilettengängen wieder auf. Im Seniorenheim gab es ab und zu mal das eine oder andere kleine Pläuschchen mit anderen Bewohnern. In ihrer Wohnung hat sie wieder nur Töchter um sich und die haben alle keine Ahnung, weil sie noch nicht alt genug sind.
Doch ich werde mit der Zeit nicht nur älter, sondern auch schlauer. Wenn Mutter sagt, „Mach das Licht an, wenn du mir aus der Zeitung vorliest“, tue ich das inzwischen auch.
Anfangs habe ich ihr erklärt, dass ich die Artikel auch ohne Licht lesen kann, daraufhin fing sie mit ihrem täglich wachsenden Selbstmitleid an und jammerte darüber, dass sie so vieles nicht mehr könne. Um dem aus dem Weg zu gehen, mache ich mir eben das Licht zum Lesen an, weil meine Mutter nicht mehr gut sieht..........

13
Mai
2008

Was in Kurorten anders ist

Dort kann man in den Restaurants Seniorenteller statt der sonst üblichen Kinderteller auf der Speisekarte finden.
Man muss auch etwas länger suchen, bis man endlich ein Lokal entdeckt hat, das nach 22 Uhr auch noch geöffnet ist.
Es gibt sogar koffeinfreien Espresso. Die Musik, die die Hotels im Hintergrund spielen, lockt auch keinen jungen Menschen in die Räumlichkeiten, die übrigens oft gemütlich, wie Omas gute Stube eingerichtet sind.
Beim Spaziergang durch die Stadt trifft man auch eher auf Rollatoren als auf Kinderwagen.
Spielplätze werden dort gar nicht oder gut verborgen angeboten. Dafür findet man überall nette Blumenrabatten mit ständig besetzten Bänken davor. Alles ist sauber, gut durchdacht und ordentlich gepflegt.
Nach 22 Uhr sind die Strassen auch bei herrlichem Sonnenwetter wie leergefegt.
Ich hoffe, ich bin alt genug für solche Orte, wenn ich mal eine Kur brauche.

12
Mai
2008

Die Pfingstsonne und das deutsche Requiem

Wir hier in Deutschland haben genug Sonne. Meine Nichte, die sich zur Zeit in den Flitterwochen auf Mallorca befindet, erlebt die Sonneninsel nur im Regen. So ist das manchmal - wir planen und dann kommt alles ganz anders.
Heute machen Franzl und ich noch einen kleinen Ausflug in die Nähe. Dort erleben wir unsere Tochter am Abend mit ihrem Chor. Das Deutsche Requiem von Brahms steht auf dem Programm. Wir freuen uns beide schon sehr darauf.
Vor einigen Jahren probte der Chor, in dem Franzl damals sang, ebenfalls dieses Stück. Am Morgen vor der Aufführung, brach mein Mann im Gottesdienst neben mir zusammen und kam sofort ins Krankenhaus statt auf die Bühne. Ich riet ihm dann später auf der Intensivstation, er solle doch das mit dem Requiem nicht so wörtlich nehmen.........
Nun kann er das Stück heute genießen. Unsere Tochter singt aus Papas Notenheft.
Ich sehe ihn schon in Gedanken neben mir mitsingen. Dann höre ich den Sopran meiner Tochter und den gedachten Bass vom Vater dazu.
logo

mein Lebenspuzzle im Asyl

Herberge

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Zufallsbild

Glas

Aktuelle Beiträge

Herzlichen
Glückwunsch zur Oma und viel Spaß mit dem Enkelchen....
wandlerin - 9. Juli, 01:04
gratuliere !!!
Oma ist gut = Lichtgestalt Nicht erziehen müssen,...
tschapperl - 2. Juli, 09:53
Testbeitrag
Nach langer Zeit bin ich einmal wieder hier gelandet. Viel...
sandhexe - 30. Juni, 01:03
Ich wünsche dir ein tolles...
schlafmuetze - 8. Januar, 18:30
Hallo Sandhexe :-)
Ja so ist das. Das Leben geht immer weiter, ob es gepostet...
schlafmuetze - 30. Oktober, 20:40
es gibt mich noch
Per Zufall habe ich meinen Blog wiedergefunden. Inzwischen ...
sandhexe - 1. August, 02:56
Männer und Frauen passen...
Als sie erwartungsvoll mit kurz geschnittenen und gefärbten...
sandhexe - 2. Februar, 00:37
Ihr Kinderlein kommet...
Ich schreibe jetzt nicht, dass ich Behörden in Deutschland...
sandhexe - 22. Dezember, 00:22

Suche

 

Status

Online seit 7502 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli, 01:04

Credits

Email

sandhexe at yahoo.de

RSS Box

Meine Kommentare

ein liebes Hallo
ich bin zufällig wiedereinmal hier gelandet und lasse...
steppenhund - 30. Juni, 01:09
Grüße
Liebe Schlafmütze, liebe Grüße lasse ich mal hier,...
schlafmuetze - 30. Juni, 01:05
war das vielleicht mehr...
war das vielleicht mehr eine Umleitung als eine eingleisige...
steppenhund - 4. März, 23:47
die Baustelle
des ewigen Verstehenkönnen.. Immer wollte ich alle...
rosmarin - 17. Januar, 00:40
lassen wir es einfach...
... das neue Jahr. Es lässt sich eh nicht aufhalten. Auch...
rosmarin - 28. Dezember, 12:40
ich wünsche euch
dass ihr ein schönes Fest hattet und schicke liebe...
rosmarin - 27. Dezember, 23:25
und wie sie geknallt...
und wie sie geknallt haben - die Korken
sandhexe - 30. November, 02:36
Also... als ich 50 wurde,...
Also... als ich 50 wurde, habe ich in Bett noch vor...
tschapperl - 30. November, 02:35

Glaube Hoffnung Liebe
Lieder und Gebete
Mein Fernstudium
Puzzleteile
Weihnachtsgedanken
zeitlos
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren